Die Pizzeria „L’Antica Pizzeria Da Michele“ in Neapel gilt für viele als der heilige Gral der italienischen Backkunst. Spätestens seit Julia Roberts im Film „Eat Pray Love“ genussvoll in eine Margherita biss, ist das Lokal in der Via Cesare Sersale eine globale Institution. Doch wer die berühmte Pizza genießen möchte, muss heute nicht mehr zwingend in den engen Gassen Neapels Schlange stehen. Das Traditionsunternehmen befindet sich auf einem rasanten Expansionskurs.
Da Michele: Die legendäre Pizza aus Neapel erobert die Welt
Von der lokalen Institution zum globalen Phänomen
Früher war ein Besuch bei Da Michele in Neapel ein echter Geheimtipp, den man in gedruckten Reiseführern fand oder durch die Empfehlung von Einheimischen erhielt. Das Konzept war simpel: Es gab nur zwei Sorten Pizza – Marinara und Margherita – und die Wartezeiten vor der Tür waren legendär. Doch die Zeiten, in denen man für dieses kulinarische Erlebnis zwingend nach Kampanien reisen musste, sind vorbei. Unter dem Dach von „Michele in the World“ hat sich die einstige Familienpizzeria zu einem modernen Franchise-Konzept gewandelt, das den authentischen Geschmack Neapels in die Metropolen der Welt exportiert.
Das Pizza-Imperium: Standorte von Italien bis nach Asien
Ein Blick auf die aktuelle Standortliste zeigt die beeindruckende Geschwindigkeit der Expansion. In Italien ist Da Michele längst nicht mehr nur in Neapel vertreten. Wer durch die Straßen von Rom, Florenz, Palermo, Mailand, Como oder Turin schlendert, stößt heute fast unweigerlich auf eine Filiale des berühmten Namensgebers. Selbst in Städten wie Genua, Triest oder Lecce können Genießer die hauchdünne Pizza mit dem charakteristischen Rand bestellen.
Doch der Hunger auf das neapolitanische Original endet nicht an den Landesgrenzen Italiens. Das Franchise hat sich zu einem echten Global Player entwickelt. In Europa finden sich Niederlassungen in bedeutenden Hauptstädten wie London, Hamburg, Barcelona und Amsterdam. Sogar in Nischenmärkten wie Malta oder Pristina ist das Logo mit dem Gesicht des Gründers Michele Condurro mittlerweile präsent.
Besonders faszinierend ist der Erfolg im asiatischen Raum. In Japan hat Da Michele bereits seit Jahren einen festen Stand, unter anderem in Tokio und Fukuoka. Auch im Nahen Osten, beispielsweise in Dubai oder Riad, setzt man auf das prestigeträchtige Erbe aus Neapel. Die Strategie ist klar: Überall dort, wo internationales Flair auf die Liebe zur authentischen Küche trifft, schlägt das Franchise seine Zelte auf. Eine Übersicht der aktuellen Da Michele Restaurants welweit gibt es auf der offiziellen Website unter: micheleintheworld.com/le-sedi/.
Bleibt die Qualität beim Franchise-Konzept erhalten?
Die große Frage, die sich viele Puristen stellen, ist die nach der Qualitätssicherung. Kann eine Da Michele Pizza in Los Angeles oder Bangkok wirklich so schmecken wie im Herzen von Neapel? Das Unternehmen betont stets, dass die Grundwerte und die Auswahl der Zutaten – insbesondere Mehl, Tomaten und Öl – streng kontrolliert werden, um den Standard des „Tempio della Pizza“ (Tempel der Pizza) weltweit zu wahren. Während das Original in Neapel nach wie vor durch seine Schlichtheit besticht, bieten viele der internationalen Franchise-Filialen ein erweitertes Menü an, um den lokalen Vorlieben gerecht zu werden. Dennoch bleibt die Margherita das Herzstück jeder Karte.
Für Reisende und Pizza-Liebhaber bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Ein Stück neapolitanische Filmgeschichte ist heute nur noch eine kurze Autofahrt oder einen kurzen Flug entfernt.

