Letzte Woche hab ich einer Freundin erzählt, warum sie ihre Kaffeemaschine für dieses Pulver gar nicht wegschmeißen muss. Sie hatte nämlich fest im Kopf, dass man für Lupinenkaffee irgendein Spezialgerät braucht. Braucht man nicht. Und genau deshalb schreib ich diesen Beitrag jetzt endlich mal auf, statt es immer wieder zu erklären: Lupinenkaffee richtig zubereiten.
Warum überhaupt Lupinenkaffee?
Bevor wir zur Zubereitung kommen, kurz das Wichtigste: Lupinenkaffee ist komplett koffeinfrei, säurearm, glutenfrei und kommt aus regionalem Anbau von der Schwäbischen Alb (bei Verwendung des Kaffee aus Lupinen von Alberlei) und schmeckt trotzdem angenehm röstig-nussig, fast ein bisschen wie Malzkaffee, nur runder. Für mich persönlich ist er der perfekte Nachmittagskaffee, wenn ich abends noch schlafen will, aber trotzdem nicht auf das Ritual mit der wärmenden Tasse verzichten möchte.
Das Wichtigste vorweg: Er quillt mehr
Und jetzt zum eigentlich spannenden Teil. Der größte Unterschied zu normalem Kaffee in der Zubereitung: der Kaffee aus den hemischen Süßlupinen quillt beim Aufbrühen deutlich stärker auf als klassisches Kaffeepulver. Das heißt für dich ganz praktisch: egal welche Methode du nutzt, lass im Siebträger, im Filter oder sonst wo immer etwas mehr Luft nach oben. Sonst quillt dir das Pulver buchstäblich über den Rand, und das will ja keiner.
Filterkaffee und French Press
Am unkompliziertesten ist es im Filter: gemahlenen Lupinenkaffee wie gewohnt einfüllen, aufbrühen, fertig. Bei der French Press würde ich dir empfehlen, ihn etwa 4 Minuten ziehen zu lassen, bevor du den Stempel runterdrückst. Als Richtwert hat sich bei mir ein gehäufter Teelöffel pro 100 ml Wasser bewährt – kannst du aber natürlich nach deinem Geschmack anpassen.
Siebträger und Espressokocher
Hier wird’s ein kleines bisschen fummeliger. Du brauchst fein gemahlenen Lupinenkaffee, und ich dosiere dabei bewusst etwas lockerer als bei normalem Espressopulver – eben wegen dem Quellverhalten. Nicht zu fest andrücken, sonst wird’s eng im Siebträger. So bekommst du eine schöne Basis für Cappuccino oder Latte, die sich geschmacklich wirklich sehen lassen kann.
Vollautomat und Padmaschine
Hast du einen Vollautomaten mit eingebautem Mahlwerk, kannst du sogar ganze Bohnen reinwerfen – das ist für mich persönlich die bequemste Variante im Alltag. Für Padmaschinen oder Kapselsysteme gilt: gemahlenen Lupinenkaffee nutzt du am einfachsten in Systemen mit Nachfüllmöglichkeit, bei fest verschlossenen Kapseln wird’s schwieriger.
Mein Tipp aus der Praxis
Ehrlich gesagt hat’s bei mir auch ein paar Versuche gebraucht, bis die Dosierung gepasst hat – beim ersten Mal in der Filtertüte hat die Dosierung von Wasser und Pulver noch nicht geklappt. Aber wenn man den Dreh einmal raus hat, dann ist Lupinenkaffee zubereiten wirklich keine Wissenschaft mehr. Probier dich einfach ran, je nachdem, welche Maschine oder Methode Dir zur Verfügung steht.
Lupinenkaffee zubereiten: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Wie viel Lupinenkaffee nimmt man pro Tasse?
Als Richtwert hat sich ein gehäufter Teelöffel Lupinenkaffee pro 100 ml Wasser bewährt. Das lässt sich aber je nach gewünschter Stärke und persönlichem Geschmack nach oben oder unten anpassen, ähnlich wie bei klassischem Kaffeepulver.
Warum quillt Lupinenkaffee beim Aufbrühen mehr auf als normaler Kaffee?
Das liegt an der Beschaffenheit der gerösteten und gemahlenen Lupinenbohnen, die mehr Flüssigkeit aufnehmen als herkömmliches Kaffeepulver. Deshalb sollte man im Siebträger, Filter oder in der French Press immer etwas mehr Platz nach oben lassen, damit das Pulver beim Quellen nicht überläuft.
Kann man Lupinenkaffee auch in der Kaffeepadmaschine verwenden?
In Padmaschinen oder Kapselsystemen mit Nachfüllmöglichkeit lässt sich gemahlener Lupinenkaffee gut verwenden. Bei fest verschlossenen, nicht nachfüllbaren Kapselsystemen ist das dagegen in der Regel nicht möglich.
Eignen sich auch ganze Lupinenbohnen für die Zubereitung?
Ja, ganze Bohnen eignen sich besonders gut für Kaffeevollautomaten mit integriertem Mahlwerk. Dort werden sie frisch gemahlen, was für ein intensiveres Aroma sorgt als bereits vorgemahlener Lupinenkaffee.
Wie lange sollte Lupinenkaffee in der French Press ziehen?
Eine Ziehzeit von etwa 4 Minuten hat sich in der Praxis bewährt, bevor der Stempel heruntergedrückt wird. Wer es etwas kräftiger mag, kann die Ziehzeit leicht verlängern, sollte dabei aber die Entwicklung von einem bitteren Geschmack im Blick behalten.
Ist Lupinenkaffee eine gute Alternative zu koffeinhaltigem Kaffee am Nachmittag?
Ja, da Lupinenkaffee vollständig koffeinfrei ist, eignet er sich gut als Nachmittags- oder Abendgetränk, ohne den Schlaf zu beeinträchtigen. Geschmacklich erinnert er an einen milden, nussig-röstigen Kaffee und lässt sich sowohl pur als auch mit Milch genießen.


