Der 15. August in Frankreich — das ist mehr als nur ein freier Tag. Wer schon mal in Frankreich war und sich gewundert hat, warum um 10 Uhr morgens die Bäckerei zu hat, die Supermärkte geschlossen sind und irgendwo in der Ferne Kirchenglocken läuten, der hat den Feiertag erlebt: l’Assomption de Marie, also Mariä Himmelfahrt. An diesem Tag wird der Glaube gefeiert, dass Maria, die Mutter Jesu, nach ihrem Tod in den Himmel aufgenommen wurde — und er ist in Frankreich ein gesetzlicher Feiertag mit langer Geschichte. Alles Wichtige dazu, was geöffnet hat und was nicht, gibt’s übrigens im großen Frankreich-Guide zum 15. August auf dem Blog.
So feiert Frankreich den 15. August: Diese authentischen Rezepte musst du unbedingt ausprobieren
Wenn Frankreich feiert, feiert es mit Essen
Die Ursprünge des Feiertags gehen in Frankreich auf König Ludwig XIII. zurück, der für den 15. August Prozessionen in den Pfarreien anordnete — und wie durch ein Wunder wurde am 15. August 1638 der lang ersehnte Thronfolger geboren. Seither ist der Tag Teil der französischen Seele.
Aber ehrlich gesagt interessiert die meisten Franzosen heute weniger die Kirchengeschichte — und mehr das Mittagessen. Und das hat durchaus Tradition. Die Assomption de la Sainte Vierge ist nämlich die Schutzpatronin der Rôtisseurs — der Röstkoch-Zunft. Deshalb gilt am 15. August in Frankreich traditionell: Rôti, also Gebratenes, gehört auf den Tisch. Die symbolische Erklärung dazu ist poetisch: Der Rauch der Küchen, der in den Himmel aufsteigt, spiegele die Himmelfahrt der Jungfrau wider. Ob man das glaubt oder nicht — es gibt auf jeden Fall einen guten Grund, an diesem Tag zu grillen.
Vorspeisen: Léger, frisch, sommerlich
Weil es Mitte August in Frankreich meistens heiß ist — manchmal unerträglich heiß — sind die Vorspeisen traditionell leicht und frisch. Ein klassisches Tapenade auf Crostini macht den Anfang, alternativ auch eine einfache Tomate-Mozzarella mit Basilikumöl. Sehr beliebt zum 15. August ist außerdem die provenzalische Soupe au pistou — eine dicke Gemüsesuppe mit Basilikum-Pesto, die warm oder lauwarm serviert wird und in Südfrankreich zu jedem Sommerfest gehört. Wer etwas Eleganteres möchte: Rillettes de thon — also hausgemachte Thunfischcreme mit Frischkäse, auf Baguette serviert — ist eine schnelle, typisch französische Vorspeise, die auch für größere Runden funktioniert.
Hauptspeise: Die Tradition des Gebratenen
In den Savoyer Alpen ersetzt an diesem Tag Fleisch traditionell die sonst üblichen Suppen mit Speck und Hülsenfrüchten. Im Rest Frankreichs ist das Prinzip ähnlich: Ein gutes Stück Fleisch, langsam gegart, mit Kräutern der Region. Im Berry — einer Region im Herzen Frankreichs — ist es Tradition, am 15. August Poulet au vin zu essen: Hähnchen oder Poularde werden mariniert, mit feinen Kräutern und Pilzen in Papilloten* (Affilate-Link) gegart. Das ist ein Gericht, das man gut vorbereiten kann — und genau das macht es für Feiertage ideal.
Wer lieber grillt: Eine Dorade royale vom Grill, mariniert mit Zitrone, Olivenöl und Fenchel, ist eine klassische Wahl für den Süden Frankreichs. Dazu ein Ratatouille aus frischen Sommergemüsen — Zucchini, Aubergine, Paprika, Tomate — das am Vortag gekocht und dann lauwarm serviert wird. Übrigens: Wer auch das Ferragosto in Italien kennt und liebt, findet auf dem Blog die passenden originalitalienischen Ferragosto-Rezepte — die beiden Feiertage fallen ja auf denselben Tag.
Dessert: Sommer in Reinform
Kein 15. August ohne das, was Frankreich im August am besten kann: Früchte. Tarte aux prunes — also eine einfache Pflaumentarte auf Mürbteig, leicht mit Vanillezucker bestäubt — ist ein Klassiker, der in so gut wie jeder Großmutter-Küche existiert. Alternativ: eine Clafoutis aux abricots, also ein Auflauf mit Aprikosen und cremigem Eierguss, der wenig Aufwand macht und immer gelingt. Für alle, die lieber ohne Backofen feiern: Pêches au vin blanc — Pfirsiche, kurz in Weißwein mit Minze und etwas Honig eingelegt — sind schnell gemacht und sehen dabei irgendwie immer gut aus auf dem Tisch.
Mehr Inspiration rund ums Reisen und Genießen in Frankreich gibt es auf dem Blog — von der Côte d’Azur über Paris bis in die Region Elsass.
FAQ: Mariä Himmelfahrt in Frankreich — Assomption de Marie
Was wird am 15. August in Frankreich gefeiert?
Der 15. August ist in Frankreich der Feiertag der Assomption de Marie — Mariä Himmelfahrt. Es handelt sich um einen gesetzlichen Feiertag mit religiösem Ursprung, an dem der Glaube gefeiert wird, dass Maria nach ihrem Tod leiblich in den Himmel aufgenommen wurde. Der Feiertag geht in Frankreich historisch auf König Ludwig XIII. zurück, der für diesen Tag Prozessionen anordnete. Heute verbinden viele Franzosen den Tag mit einem langen Familienessen und oft auch mit Dorffesten.
Was sind typische Gerichte zum 15. August in Frankreich?
Die Jungfrau Maria gilt als Schutzpatronin der Rôtisseurs, weshalb am 15. August traditionell gebratenes Fleisch und Geflügel auf den Tisch kommen. Je nach Region gibt es Poulet rôti, Poularde mit Kräutern, Lammgerichte oder Gegrilltes vom Barbecue. Dazu kommen saisonales Gemüse, einfache Sommersuppen und zum Abschluss Tartes oder Clafoutis mit frischen Sommerfrüchten.
Wie feiern die Franzosen den 15. August traditionell?
Der 15. August ist in Frankreich nicht nur ein Ruhetag, sondern auch ein Tag, an dem viele traditionelle Veranstaltungen stattfinden — religiöse Prozessionen, Marienprozessionen, und vor allem die sogenannten Fêtes Votives: traditionelle Dorf- und Stadtfeste mit Musik, Tanz, regionalen Spezialitäten und einer ausgelassenen Atmosphäre, die ihren Höhepunkt am 15. August erreichen.
Was ist der Unterschied zwischen Ferragosto in Italien und Mariä Himmelfahrt in Frankreich?
Beides ist dasselbe Fest — der 15. August, Mariä Himmelfahrt — nur mit unterschiedlichen nationalen Ausprägungen. In Italien heißt der Tag Ferragosto und ist traditionell der Höhepunkt der Sommerferien, mit Strandtagen, Grillpartys und bestimmten Regionalgerichten. In Frankreich liegt der Schwerpunkt stärker auf religiösen Prozessionen und Dorffesten, das kulinarische Programm dreht sich traditionell um gebratenes Fleisch und Sommerfrüchte. Beide Länder nehmen den Tag aber gleich ernst: Er gehört zum Sommer dazu.

