Wer auf Social Media auch nur ein bisschen in der Foodie-Welt unterwegs ist, kennt ihn: Vincenzo Capuano, der Pizzaiolo mit der goldenen Schere. Für manche ist er das Gesicht moderner neapolitanischer Pizza schlechthin – für andere das, was sie vom TV-Format Galileo kennen. Was viele nicht wissen: Seine Geschichte reicht schon deutlich weiter zurück. Bereits 2015 war er für Rossopomodoro tätig, backte unter anderem auf der Expo 2015 in Mailand Pizzen und zog dabei schon damals die Blicke auf sich. Heute betreibt er dutzende Restaurants in ganz Italien, Europa und sogar Asien. In Deutschland gibt es aktuell zwei Standorte in Berlin sowie einen in Bielefeld – und in Turin gleich zwei.
Capvin Turin: Das Restaurant in der Via Andrea Doria
Für einen Abend in der piemontesischen Hauptstadt fiel die Wahl auf das Capvin-Restaurant in der Via Andrea Doria, unweit des Bahnhofs Porta Susa. Reserviert wurde nicht – ein kleines Glücksspiel, das sich aber ausgezahlt hat. Kurz nach 19 Uhr, nach wenigen Minuten in der Warteschlange, gab es tatsächlich noch einen Platz draußen auf der Terrasse. Das Restaurant selbst hat Sitzplätze auf Straßenniveau, einen Kellerbereich (per Aufzug erreichbar) und eben die paar Plätze im Freien. Für kleine Kinder sind Hochstühle vorhanden – praktisch, denn wer mit Kleinkind reist, weiß wie wichtig solche Kleinigkeiten sind.
Der Service an diesem Abend: richtig gut. Aufmerksam, entspannt, und problemlos auf Englisch. Die Servicekraft brachte sogar unaufgefordert einen extra Teller sowie ein Glas für das Kind mit an den Tisch. So etwas fällt auf – und bleibt positiv im Gedächtnis.

Die goldene Schere: Was steckt dahinter?
Das wohl bekannteste Markenzeichen der Vincenzo-Capuano-Pizzerien ist die goldene Schere, die zu jeder Pizza serviert wird. Der Grund? Capuano selbst beschreibt es so: „We are The First Pizzeria in The World where you can cut Pizza with scissors: a gesture that enhances our cornice.“ Die Pizzen haben einen besonders luftigen, weichen Rand – die sogenannte Cornice – der sich mit einem normalen Messer kaum befriedigend schneiden lässt. Die Schere schneidet ihn nicht nur sauberer, sondern macht auch gleich das Innere des Teigs sichtbar: diese offene, wolkenartige Struktur, die eine gut fermentierte neapolitanische Pizza auszeichnet. Ein echter Wow-Moment, gerade für Menschen, die das noch nicht kennen.
Was kam auf den Tisch – und wie hat es geschmeckt?
An diesem Abend gab es eine Vorspeise und eine Pizza. Als Starter die Tris di Montanare (11 Euro): drei frittierte Pizzateigkugeln, jede anders belegt. Mit Zucchinicrème und Zucchini Chips, mit Mortadella, Ricotta und Pistazienpesto sowie mit Burrata, Friarielli-Crème und ‚Nduja. Die Idee, Pizzateig zu kleinen Bällchen zu formen, zu frittieren und dann zu belegen, ist simpel und gleichzeitig genial – bei der gefüllten Pizza Fritta wird Teig schließlich traditionell sowieso frittiert. Am besten geschmeckt haben persönlich die Variante mit Zucchini sowie die mit Mortadella. Die ‚Nduja-Version war – für schärfescheuende Gaumen – eine Spur zu intensiv.
Die Pizza Come una Capricciosa (13,50 Euro) kam mit handzerdrückten Tomaten, Fior di Latte, Taggiasca-Oliven und Champignons, nach dem Backen ergänzt um Artischockenherz, gekochten Schinken und frisches Basilikum. Erstklassig. Die Speisekarte bietet neben Pizzen auch Salate, Vorspeisen und Desserts – Pasta sucht man vergebens, was bei einer reinen Pizzeria aber niemanden überraschen sollte. Dazu kommt ein Copperto von 3 Euro pro Person. Die vollständige englischsprachige Speisekarte ist online verfügbar.

Fazit: Lohnt sich Capvin in Turin?
Eindeutig ja. Wer bei einem Restaurantbesuch in Turin auf der Suche nach echter neapolitanischer Pizza in einem gut geführten, lebendigen Lokal ist, wird hier nicht enttäuscht. Wer lieber zu Hause isst, kann über gängige Lieferdienste auch Capvin-Pizza in Turin bestellen. Geöffnet ist täglich zum Mittagessen (12–15 Uhr) und zum Abendessen (19–23:30 Uhr).
Pizzeria Vincenzo Capuano Torino
Adresse: Via Andrea Doria, 21H, 10123 Torino TO, Italien
Öffnungszeiten: täglich 12 – 15 Uhr sowie 19 – 23:30 Uhr
Internetseite: www.capvin.com/qr-torino-ita/
Speisekarte auf Englisch: Vincenzo-Capuano-Torino-Menu-EN-3-2026.pdf

Vincenzo Capuano Turin: Häufige Fragen zur Capvin Pizzeria
Was ist die Capvin Pizzeria und wer steckt dahinter?
Capvin ist die Restaurantkette des neapolitanischen Pizzaiolo Vincenzo Capuano, der seit Jahren für seine luftige, lang fermentierte Pizza napoletana bekannt ist. International wurde er durch Social-Media-Auftritte und TV-Formate wie Galileo einem breiten Publikum bekannt. Heute betreibt er Standorte in Italien, Deutschland, weiteren europäischen Ländern sowie in Asien. In Turin gibt es zwei Restaurants, darunter das in der Via Andrea Doria nahe dem Hauptbahnhof.
Warum bekommt man bei Vincenzo Capuano eine goldene Schere zur Pizza?
Die goldene Schere ist das Markenzeichen von Capvin und dient dazu, den charakteristisch luftigen Rand – die sogenannte Cornice – der neapolitanischen Pizza zu schneiden. Da dieser weiche, stark aufgegangene Rand mit einem Messer schwer sauber zu portionieren ist, hat Vincenzo Capuano die Schere als Schneidewerkzeug eingeführt. Das Konzept nennt sich „Capuano Experience“ und gilt als Weltpremiere: Capvin bezeichnet sich selbst als erste Pizzeria weltweit, die Pizza offiziell mit der Schere serviert.
Was kostet ein Abendessen bei Capvin in Turin ungefähr?
Die Pizzen beginnen bei unter 10 Euro und gehen je nach Belag bis etwa 15 Euro. Vorspeisen wie die Tris di Montanare kosten rund 11 Euro. Hinzu kommt ein Copperto (Gedeckgeld) von 3 Euro pro Person. Für ein Abendessen mit einer Pizza, einer Vorspeise und Getränken kann man pro Person mit etwa 20–25 Euro rechnen – für die Qualität ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gibt es bei Capvin Turin auch Essen zum Liefern?
Ja, das Capvin in Turin ist über gängige Lieferdienste wie Deliveroo oder Just Eat erreichbar. Wer die Pizza lieber zu Hause genießen möchte, kann also auch bequem bestellen, ohne ins Restaurant zu kommen. Die Auswahl ist online einsehbar.
Ist die Capvin Pizzeria in Turin auch für Familien mit Kindern geeignet?
Durchaus. Das Restaurant stellt Hochstühle für Kleinkinder bereit, und der Service ist familiär und aufmerksam. Bei unserem Besuch wurde unaufgefordert ein extra Teller und ein Glas für das Kind an den Tisch gebracht – ein kleines Detail, das aber einen großen Unterschied macht. Die entspannte Atmosphäre und die unkomplizierte Küche machen Capvin Turin zu einem guten Anlaufpunkt auch für Familien.

